Rhodiniertes Silber – warum ein Hauch Rhodium so viel ausmacht

Viele unserer Silberschmuckstücke tragen einen unsichtbaren Schutz: eine hauchdünne Schicht Rhodium. Sie sorgt für den hellen, kühlen Glanz und dafür, dass Ihr Schmuck nicht schwarz anläuft. Wir erklären Ihnen, was Rhodium ist, warum es so wertvoll ist und wie dünn diese Schicht wirklich ist.

Warum Silber anläuft

Schmucksilber ist meist 925er Sterlingsilber: 92,5 % Silber und 7,5 % andere Metalle, meist Kupfer, damit es fester wird. Reines Silber wäre für Schmuck zu weich. Silber hat aber eine Schwäche: Es reagiert mit Schwefelverbindungen aus der Luft, aus Schweiß oder Kosmetik. Dabei bildet sich Silbersulfid, eine dunkle Schicht. Das Silber läuft an.

Rhodium reagiert nicht mit diesen Schwefelverbindungen. Liegt eine Rhodiumschicht auf dem Silber, kommt die Luft gar nicht erst an das Silber heran.

Was ist Rhodium?

Rhodium ist ein Edelmetall aus der Platingruppe. Der englische Chemiker William Hyde Wollaston entdeckte es 1803 in Platinerz aus Südamerika. Den Namen hat es vom griechischen Wort für „rosenfarben“, weil viele seiner Verbindungen rosa leuchten. Das Metall selbst ist hell silbrig, sehr hart und spiegelt so stark, dass man daraus hochwertige Spiegel macht.

Warum Rhodium so teuer ist

  • Es ist extrem selten. In der Erdkruste kommt Rhodium nur mit etwa einem Milliardstel Anteil vor. Es gehört zu den seltensten Metallen überhaupt, seltener als Gold.
  • Es wird kaum gefördert. 2025 wurden weltweit nur etwa 22 Tonnen Rhodium aus Minen gewonnen, über 80 % davon in Südafrika. Bei Gold waren es im selben Jahr rund 3.300 Tonnen, also etwa 150-mal so viel.
  • Es fällt nur nebenbei an. Rhodium wird nicht gezielt abgebaut, sondern entsteht als Beiprodukt in Platin- und Nickelminen. Steigt die Nachfrage, kann niemand einfach mehr fördern.
  • Autos brauchen es. 2025 gingen 84 % des Rhodiums in Autokatalysatoren. Dort wandelt es schädliche Stickoxide in harmlosen Stickstoff um.

Weil der Markt so klein ist, schwankt der Preis enorm. 2003 kostete eine Unze rund 475 Dollar, 2008 zeitweise über 10.000 Dollar und im März 2021 sogar über 25.000 Dollar. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren es rund 5.800 Dollar.

Eine kurze Geschichte des Beschichtens

  • 1803: Wollaston entdeckt das Rhodium.
  • 1805: Die erste überlieferte galvanische Vergoldung gelingt, mit Strom aus der gerade erfundenen Batterie von Alessandro Volta.
  • 1840: George Richards Elkington erhält in England ein Patent auf das galvanische Versilbern. Bei seinem Tod 1865 beschäftigt seine Firma fast 1.000 Menschen.
  • Danach: Die Galvanik löst die gesundheitsschädliche Feuervergoldung mit Quecksilber ab.
  • 1940: Der Galvanik-Fachmann Joseph B. Kushner veröffentlicht in der amerikanischen Fachzeitschrift „Metals and Alloys“ den Aufsatz „Modern rhodium plating“, auf Deutsch „Modernes Rhodinieren“. Das galvanische Beschichten war die erste große Anwendung des Rhodiums: als Schmuckoberfläche und als Schutz vor Korrosion.
  • 1947: Die englische Mond Nickel Company meldet ein Patent an, mit dem sich dickere Rhodiumschichten abscheiden lassen, ohne dass sie ihren Glanz verlieren.

So funktioniert das Rhodinieren

Das Schmuckstück wird zuerst gründlich poliert und entfettet. Dann kommt es in ein Bad mit gelöstem Rhodium. Ein schwacher Gleichstrom fließt, das Schmuckstück ist dabei der Minuspol. Die Rhodiumteilchen wandern zum Schmuck und legen sich gleichmäßig auf seine Oberfläche. Je länger der Strom fließt, desto dicker wird die Schicht.

Wie dick ist die Schicht?

Bei Schmuck ist die Rhodiumschicht laut dem Hersteller eines gängigen Rhodiumbads meist nur 0,1 bis 0,2 Mikrometer dick, also ein bis zwei Zehntausendstel Millimeter. Ein menschliches Haar ist etwa 50 bis 100 Mikrometer dick. Die Schicht ist also mehrere Hundert Mal dünner als ein Haar.

Möglich sind auch dickere Schichten: Bis etwa 1 Mikrometer bleibt sie laut Hersteller glanzvoll und frei von Rissen.

Grob gerechnet braucht ein Ring mit einer Schicht von 0,2 Mikrometern nur etwa ein halbes Milligramm Rhodium. Das wertvolle Metall macht also nur einen winzigen Teil des Preises aus. Teuer sind das Bad, die Technik und die sorgfältige Arbeit.

Wie lange hält die Schicht, und was, wenn sie nachlässt?

Rhodium ist sehr hart, aber die Schicht ist so dünn, dass sie sich an Stellen mit viel Reibung mit der Zeit abträgt. Ringe, die jeden Tag getragen werden, sind davon am stärksten betroffen. Ohrringe und Einhänger reiben viel weniger. Unsere Inhaberin trägt ihre rhodinierte Lieblingscreole seit über drei Jahren fast täglich, und sie sieht aus wie am ersten Tag.

Wird die Schicht doch einmal dünn, ist das kein Problem: Ein Goldschmied kann das Schmuckstück reinigen, polieren und neu rhodinieren.

Pflegetipps

  • Parfüm, Haarspray und Cremes erst auftragen, dann den Schmuck anlegen.
  • Zum Reinigen ein weiches Tuch verwenden, keine Silberputzmittel und keine scheuernden Pasten. Sie würden die Schicht abtragen.
  • Schmuck einzeln aufbewahren, damit sich die Stücke nicht gegenseitig zerkratzen.

Kurz gesagt: Rhodium ist eines der seltensten Edelmetalle der Welt. Schon eine Schicht, die mehrere Hundert Mal dünner als ein Haar ist, schützt Ihr Silber vor dem Anlaufen und gibt ihm seinen hellen Glanz.

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Quellen

Dieser Text wurde mit Hilfe von KI recherchiert und geschrieben und von uns geprüft.

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