Der Dom Pedro, der größte geschliffene Aquamarin der Welt, im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington

Aquamarin – das Wasser des Meeres, eingefangen im Stein

Kaum ein Edelstein trägt seinen Namen so treffend: Aquamarin kommt vom lateinischen aqua marina, „Wasser des Meeres“. Sein klares, kühles Blau erinnert an eine Lagune an einem sonnigen Tag. Seeleute trugen ihn früher als Glücksbringer, er sollte die Wellen beruhigen und sie sicher nach Hause bringen. Der Legende nach stammten die Steine aus den Schatztruhen der Meerjungfrauen.

Ein Bruder des Smaragds

Aquamarin gehört zur Familie der Berylle, genau wie der Smaragd. Seine Farbe verdankt er winzigen Spuren von Eisen im Kristall. Mit einer Härte von 7,5 bis 8 auf der Mohs-Skala ist er robust und für Schmuck bestens geeignet, der jeden Tag getragen wird. Er ist der Geburtsstein des März und der Stein zum 19. Hochzeitstag.

Woher kommt der Aquamarin?

Das wichtigste und begehrteste Herkunftsland ist seit jeher Brasilien, vor allem der Bundesstaat Minas Gerais. Dort wurden Kristalle von über 100 Kilogramm gefunden. Weitere Vorkommen liegen in Afrika (Sambia, Tansania, Kenia, Madagaskar, Nigeria), in Sri Lanka sowie in Pakistan und Afghanistan. In Pakistan wird Aquamarin in rund 4.500 Metern Höhe im Karakorum-Gebirge abgebaut.

Eine deutsche Verbindung: Idar-Oberstein

Der Weg vieler brasilianischer Edelsteine führt nach Deutschland. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kommen große Mengen Steine aus Brasilien nach Idar-Oberstein, der traditionsreichen deutschen Edelsteinstadt, in der schon um 1520 ein Steinschleifer erwähnt wird. Daraus wurde eine enge Verbindung, die bis heute besteht. Kein Wunder also, dass der größte geschliffene Aquamarin der Welt in Idar-Oberstein seine Form bekam.

Der Dom Pedro – ein Riese aus Brasilien

In den 1980er-Jahren fand man in Pedra Azul in Minas Gerais einen gewaltigen Aquamarin-Kristall. Der deutsche Edelsteinkünstler Bernd Munsteiner aus Idar-Oberstein schliff daraus einen Obelisken: den „Dom Pedro“, mit 10.363 Karat und rund 35 Zentimetern Höhe der größte geschliffene Aquamarin der Welt. Heute steht er im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington, gestiftet von den Sammlern Jane Mitchell und Jeff Bland.

Aquamarine für die Queen

Zur Krönung von Königin Elizabeth II. im Jahr 1953 schenkte ihr der Präsident von Brasilien im Namen des brasilianischen Volkes eine Halskette mit Anhänger und Ohrringe aus Aquamarinen. Die Queen liebte die Steine so sehr, dass sie 1957 beim Hofjuwelier Garrard ein passendes Diadem in Auftrag gab. Brasilien schenkte noch weitere Stücke dazu: 1958 ein Armband und eine Brosche, 1968 Haarschmuck. 1971 wurde das Diadem umgearbeitet und deutlich höher, in der Mitte sitzt seitdem ein großer Aquamarin im Smaragdschliff. Die Queen trug das Diadem bei jedem Staatsbesuch aus Brasilien, zuletzt fotografiert im Jahr 2017.

Auch die amerikanische First Lady Eleanor Roosevelt bekam 1936 vom brasilianischen Präsidenten einen Aquamarin geschenkt: 1.298 Karat, heute der zweitgrößte geschliffene Aquamarin der Welt. Und ein Aquamarin-Ring von Prinzessin Diana mit einem Stein von über 30 Karat glänzte 2018 an der Hand von Herzogin Meghan bei ihrer Hochzeit.

Warum ist ein schöner Aquamarin so kostbar?

Den Wert bestimmt vor allem die Farbe. Am begehrtesten ist ein kräftiges, tiefes Blau, das nur leicht ins Grünliche geht. Das findet die Natur selten. Viele Aquamarine sind sehr hell, und erst größere Steine zeigen oft eine wirklich leuchtende Farbe. Weil der Aquamarin von Natur aus eher zart gefärbt ist, kommt es außerdem auf einen guten Schliff an, der das Licht einfängt und den Stein strahlen lässt. Ein klarer, großer Aquamarin in sattem Blau ist deshalb ein echter Schatz.

Wird Aquamarin behandelt?

Ja, aber auf eine ganz natürliche Art: Die meisten Aquamarine werden erwärmt, bei rund 400 °C. Dabei wandelt sich das Eisen im Kristall so um, dass ein gelblicher oder grünlicher Schimmer verschwindet und das reine Himmelblau hervortritt. Die Farbe ist danach dauerhaft, und das Brennen ist im Handel seit Langem anerkannt. Ungebrannte Steine in reinem Blau sind sehr selten.

So pflegen Sie Ihren Aquamarin

Aquamarin ist hart und unempfindlich im Alltag. Am besten reinigen Sie ihn mit lauwarmem Wasser, etwas milder Seife und einem weichen Pinsel.

Aquamarin bei uns im Laden

Kommen Sie gern bei uns am Weinmarkt 1 in Nürnberg vorbei und lassen Sie sich vom Meeresblau des Aquamarins verzaubern.

Titelbild: Der „Dom Pedro“ im Smithsonian National Museum of Natural History, Washington. Foto: General Kipicus / Wikimedia Commons (CC0).


Quellen

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