Es ist leicht wie eine Feder und stark wie Stahl. Es trägt Flugzeuge durch die Hitze von dreifacher Schallgeschwindigkeit, und es verwächst mit menschlichem Knochen. Titan ist ein Metall der Superlative. Und es ist nicht dasselbe wie „Titanstahl“, über den wir hier schon einmal geschrieben haben.
Ein Name aus der griechischen Sage
Entdeckt hat das Element 1791 der Engländer William Gregor. Einen Namen bekam es erst 1795 vom deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth. Er taufte es nach den Titanen, den Ursöhnen der Erde aus der griechischen Mythologie. Ganz reines Titan gelang zum ersten Mal 1910, und erst seit 1946 kann man es in größeren Mengen herstellen (Kroll-Verfahren). Titan ist also ein junges Schmuckmetall. Gold und Silber tragen die Menschen seit Jahrtausenden.
Leicht, stark und mit einer unsichtbaren Schutzhaut
Titan wiegt nur etwas mehr als halb so viel wie Stahl, ist aber sehr fest und schmilzt erst bei 1.668 °C. Sein Geheimnis ist eine hauchdünne Oxidschicht, die sich an der Luft von selbst bildet. Sie schützt das Metall vor Korrosion und macht es so widerstandsfähig.
Titan im Flugzeug: Mach 3 und heiße Haut
Das berühmte Aufklärungsflugzeug SR-71 „Blackbird“ flog mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit. Dabei wurde seine Außenhaut aus einer Titanlegierung rund 400 °C heiß. Kaum ein anderes Metall hätte das bei so geringem Gewicht ausgehalten. Auch in Raketentriebwerken wird Titan bis heute geschätzt.
Titan im Körper: ein Zufall in Schweden
1952 setzte der schwedische Arzt Per-Ingvar Brånemark eine kleine Kammer aus Titan für ein Experiment in den Knochen eines Kaninchens. Dabei zeigte sich: Titan kann fest mit Knochen verwachsen. Aus dieser Entdeckung wurde das Zahnimplantat. 1965 setzte Brånemark das erste bei einem Menschen ein. Heute stecken Titan-Implantate in Hüften, Knien und Kiefern von Millionen Menschen.
Und am Ohr?
Was der Körper als Implantat annimmt, ist auch am Ohr sehr gut verträglich. Gerade für Frauen mit empfindlicher Haut ist das wichtig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Nickel das häufigste Kontaktallergen. Titan selbst enthält kein Nickel.
Warum unsere Titan-Creolen silbern sind
Bei Fabnora gibt es die Titanium Hoops nur in Silberfarbe. Das hat einen Grund: Die schützende Oxidschicht des Titans ist so beständig, dass Gold darauf kaum haftet. Damit eine Vergoldung hält, braucht es Spezialverfahren und meist eine Zwischenschicht aus Nickel. Damit wäre der Vorteil für empfindliche Ohren dahin. Ehrliches Titan bleibt deshalb, was es ist: ein klares, kühles Silbergrau.
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Quellen
- chemie.de Lexikon – Titan (Element)
- lernhelfer.de (Duden) – Titanium (Namensgebung durch Klaproth)
- Europäisches Patentamt – Europäischer Erfinderpreis 2011, Per-Ingvar Brånemark
- Smithsonian Magazine – A Rare Bird (SR-71)
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Piercing kann zur Sensibilisierung gegenüber Nickel führen
- Patent DE1521075C3 – Galvanisches Abscheiden festhaftender Nickelschichten auf Titan