Kyanit – saphirblau, mit zwei Gesichtern

Wer zum ersten Mal einen guten Kyanit sieht, denkt oft an einen Saphir. Dieses tiefe, leuchtende Blau – manchmal ins Türkis, manchmal fast ins Tintenblau spielend – kennt man sonst nur von viel teureren Steinen. Doch der Kyanit ist ein ganz eigener Charakter, mit einer erstaunlichen Geschichte und einer Eigenschaft, die es bei kaum einem anderen Mineral gibt.

Zwei Namen für einen Stein

Seinen Namen bekam der Kyanit im Jahr 1789 vom deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner. Er leitete ihn vom griechischen Wort kyanos ab – „blau“. Lange war auch die französische Schreibweise Cyanit verbreitet.

Wenige Jahre später taufte der französische Mineraloge René-Just Haüy denselben Stein noch einmal: Disthen, sinngemäß „zwei Härten“. Und damit sind wir bei seiner Besonderheit.

Ein Stein mit zwei Härten

Fast jeder Edelstein ist in alle Richtungen gleich hart. Der Kyanit nicht: Längs seiner Kristalle lässt er sich mit einem Messer ritzen (Mohshärte etwa 4,5), quer dazu ist er fast so hart wie Quarz (etwa 6,5 bis 7). Mineralogen sprechen von einer richtungsabhängigen Härte. Dazu kommt eine sehr gute Spaltbarkeit – Kyanit kann sich entlang feiner Ebenen teilen, ähnlich wie Schiefer.

Für Schleifer ist er deshalb eine Herausforderung, und jeder schön geschliffene Kyanit ist ein kleines Meisterstück. Getragen wird er am besten mit etwas Achtsamkeit. Zum Vergleich: Ein Saphir hat die Härte 9 und ist damit nach dem Diamanten der härteste Edelstein.

Wie Kyanit entsteht

Kyanit bildet sich tief in der Erdkruste, wenn Gesteine unter hohem Druck und hoher Temperatur umgewandelt werden – Geologen nennen das Metamorphose. Man findet ihn vor allem in Gneisen und Glimmerschiefern, oft als flache, klingenförmige Kristalle.

Spannend: Kyanit hat zwei „Geschwister“ mit genau derselben chemischen Zusammensetzung – Andalusit und Sillimanit. Welches der drei entsteht, hängt von Druck und Temperatur ab; Kyanit steht dabei für hohen Druck. Geologen lesen an ihm ab, was ein Gestein erlebt hat.

Woher er kommt

Kyanit ist weltweit verbreitet, doch Steine in Schmuckqualität sind selten. Die schönsten stammen vor allem aus Nepal und Brasilien, außerdem unter anderem aus Myanmar, Kenia und Madagaskar. Auch in den Alpen kommt er vor, etwa im Tessin und in Tirol – dort allerdings eher als Sammlerstück.

Meist ist Kyanit blau, oft mit hellen und dunklen Streifen, die ihm seine lebendige Zeichnung geben. Es gibt ihn aber auch grün (die seltene Spielart heißt Chromkyanit), grau, weiß und ganz selten orange.

Kyanit oder Saphir?

Ein Saphir in vergleichbarer Farbe und Größe kostet schnell ein Vielfaches – und wird deshalb meist in Gold gefasst. Der Kyanit schenkt Ihnen dieses wunderbare Blau zu einem Bruchteil des Preises und fühlt sich in Silber genauso wohl wie in einer vergoldeten Fassung. Erkennen kann man ihn oft an seiner typischen Streifung und seinem seidigen Schimmer – jeder Stein ist ein Unikat.

So pflegen Sie Ihren Kyanit

  • Am besten mit warmem Wasser, etwas milder Seife und einem weichen Tuch reinigen.
  • Kein Ultraschall, kein Dampf, keine große Hitze.
  • Beim Gärtnern, Sport oder Putzen den Ring lieber ablegen – Stöße mag der Kyanit nicht.
  • Getrennt von härteren Steinen aufbewahren, damit nichts verkratzt.

Kyanit bei uns im Laden

Bei uns am Weinmarkt 1 in Nürnberg finden Sie Kyanit-Ringe in Sterling Silber, teils mit zart vergoldeter Fassung – jeder Stein ein bisschen anders in Farbe und Zeichnung. Kommen Sie vorbei und suchen Sie sich „Ihr“ Blau aus.


Quellen

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